Mit dem Abklingen der mittelalterlichen
Kulturformen im 13. und 14. Jahrhundert wurden die aufwendigen und farbenprächtigen
Webereien immer seltener. Die Brettchenwebereien wurden nur noch als einfarbige
Grundgewebe von figürlichen Stickmustern und aufwendig gearbeiteten Metallverzierungen
verwendet.
Mit dem Beginn der Neuzeit stirbt die Technik der Brettchenweberei in Mitteleuropa aus.
Diese Webart wurde durch die mechanischen Webtechniken verdrängt.
Nur in Island, in Russland und auf dem Balkan erhielten sich Reste der Brettchenweberei
bis ins 18. und 19. Jahrhundert, aber in Mitteleuropa war dieses Handwerk ausgestorben.
Die Pracht des Mittelalters wurde nie wieder erreicht.
1896 rekonstruierte Magarethe Lehmann-Filhes für Zentraleuropa die Techniken des
Brettchenwebens und veröffentlichte dies in ihrem Buch ‚Ueber Brettchenweben' 1901.
Seitdem erfreut sich die Brettchenweberei wachsender Beliebtheit.
Literatur:
Johanna Banck-Burgess, 1999: Hochdorf IV Die Textilfunde aus dem späthallstattzeitlichen
Fürstengrab
Peter Collingwood 1982, 1996: The techniques of tablet weaving
Candace Crockett, 1994: Weben mit Brettchen
Ilse Fingerlin, 1971: Gürtel des hohen und späten Mittelalters
Marga und Heribert Joliet, 1975: Brettchenweben
Kulturamt der Stadt Hanau, 1994: Kleider machen Leute - Leute machen Kleider
Katharina von Kurzynski. 1996: Und ihre Hosen nennen sie bracas
Charlotte Lenz, 1976: Brettchenweben
Magarethe Lehmann-Filhes,1901: Ueber Brettchenweben
Karl Schlabow, 1965: Der Thorsberger Prachtmantel
Nancy Spies, 2000: Eccleastical pomp & aristrocratic circumstance
Otfried Staudigel, 2000: Der Zauber des Brettchenwebens
Ingo F. Walter (Hrsg.) 1988: Codex Manesse Die Miniaturen der Großen Heidelberger
Liederhandschrift
| [5] |