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Schmuckbänder in großer Anzahl benötigte das sich ab dem 8. Jh. in Zentraleuropa ausbreitende Christentum. An vielen liturgischen Gewändern sind Brettchengewebe angebracht worden. Oft sind sie nur für die innere Saumverstärkung oder als Halsbünde verwendet worden. Bei der priesterlichen Kultgewandung treten sie jedoch auch als Schmuckborten an Cingulen, Manipeln, Stolen und Mitren auf. Häufig sind in diesen Bändern Widmungsinschriften und liturgische Texte eingewebt. Andere zeigen verschiedenartige Ornamentmotive, Tierfiguren, Fabelwesen, geflochtenes Bandwerk, pflanzliche Ranken und geometrische Strukturmuster auf. Gleichzeitig wurden Brettchenwebereien für Schmuck- und Gebrauchszwecke von Angehörigen aller Stände verwendet. Aber nur die prunkvollen Borten, die sorgfältig aufbewahrt wurden, sind bis in die heutige Zeit erhalten geblieben.

 

Eine der bekanntesten zeitgenössischen Abbildungen über Brettchenweberei stammt aus der Großen Heidelberger Liederhandschrift (besser bekannt als Codex Manesse) auf der Tafel 94 Rost, Kirchherr zu Sarnen. Diese Abbildung ist jedoch sehr verwirrend gezeichnet. Es wird vermutet, daß dem Nachtragsmaler verschiedene Bildvorlagen durcheinander geraten sind. Zudem wird der Maler bei Erstellung der Zeichnung keine direkte Abbildung einer Brettchenweberei vor Augen gehabt haben, bzw. nur eine Vorlage, die er nicht verstanden hat. Besonders ungewöhnlich ist, dass sich der Webkamm zwischen Borte und den Sechslochbrettchen befindet. Mir ist keine Technik bekannt, in der eine Brettchenweberei in dieser Reihenfolge angeordnet ist, da es mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist, nach dem Drehen der Brettchen an dem Webkamm vorbeizugreifen um den Schuß mit dem Webschwert an die Borte anzuschlagen.


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