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Der Thorsberger Mantel aus dem 3.Jhd. n.Chr ist wohl das bekannteste Beispiel dieser Technik. Dieser Mantel hatte eine rechteckige Form von 168 cm Breite und 263 cm Länge gehabt. Er ist an allen vier Seiten mit Brettchengewebe eingefaßt. Die einzelnen Brettchen wurden mit der gleichen Farbe aufgezogen. Das Muster der Borte waren Längsstreifen. Die Anfangskante wurde mit 9 Brettchen gewebt. Die beiden Seitenkanten haben eine 17,8 cm breite Borte, die mit 178 Brettchen gewebt wurden. Die Borte der Abschlußkante besteht aus 138 Brettchen und ist 14 cm breit. Der Mittelteil des Wollstoffes in Köperbindung ist durch seine Kett- und Schussfäden vollständig mit den Brettchengewebe an allen Rändern verbunden. Das Spinnmaterial für die Brettchenweberei fällt durch eine außergewöhnliche Glätte und Feinheit der Fäden auf, die nur 0,2 - 0,3 mm stark sind und gezwirnt die Stärke von 0,5 mm nicht überschreiten. Für die Herstellung dieses Mantels benötigten zwei Weberinnen vermutlich ein Jahr. Nur der Mantel aus dem Vehnemoor aus dem 2. Jhd. hat eine ähnlich prächtige Borte aus Brettchengewebe. Andere aus diesem Zeitraum gefundenen Mäntel hatten schmalere Brettchengewebe mit max. 27 Brettchen.


 

In Oseberg/Oslofjord wurde 1904 das Grab der norwegischen Königin Asa von Vestfold unter einem Grabhügel in erstaunlich gutem Zustand entdeckt. Der Leichnam der Königin, ihrer Dienerin und kostbarer Hausrat wurden auf Deck eines Wikingerschiffes ausgegraben. Unter anderem wurde eine komplett aufgezogene Kette mit 52 Brettchen gefunden. Ein Zeugnis, daß die Brettchenweberei zu dieser Zeit in allen Volksschichten verbreitet war. Es ist der bisher einzige Fund einer komplett aufgezogenen Webkette.

 
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